Burnout in der Pflege
 

Pflegekräfte sind unverzichtbar und heute wichtiger denn je. Sie kümmern sich sowohl in Pflegeheimen als auch ambulant um all diejenigen Menschen, die Hilfe brauchen, um ihren Alltag meistern zu können. Doch der Beruf als Pflegekraft erfordert viel Ausdauer und zehrt auf Dauer an den Kräften. Burnout ist deshalb ein häufiges Phänomen in der Pflege. Wir geben Ihnen Tipps an die Hand, wie Sie in unserer schnelllebigen Gesellschaft negativen Stress positiv umwandeln können.

Positiver und negativer Stress

Evolutionsbedingt liegt uns Stress im Blut. Durch schnelles Reagieren in unvorhergesehenen Situationen wird der Kreislauf durch Hormonausschüttung – zum Beispiel von Adrenalin – kurzfristig zu Höchstleistung gebracht. Punktuelle Stresssituationen wie kurze Schreckmomente nennt man Eustress (positiver Stress). Er hält ca. 15 Minuten an. Sich diesem Stress auszusetzen, wirkt sich positiv auf den eigenen Körper aus, da man ruhiger schläft und im Alltag ausgeglichener ist.

Negativer Stress (Dysstress) hingegen wird durch dauerhaft vorhandene psychische oder soziale Stressfaktoren hervorgerufen. Die Hormonausschüttung hält länger an, sodass Körper und Geist ständig in Alarmbereitschaft sind. Dadurch ist das Herzkreislaufsystem einer Dauerbelastung ausgesetzt. Schlafstörungen, Unruhe und Depressionen können die Folgen sein.

Pflegekräfte sind in der Regel negativem Stress ausgesetzt, da sie Tag für Tag eine große Verantwortung tragen und während der Arbeitszeit fast pausenlos viele Menschen zugleich betreuen müssen. Burnout ist unter den Pflegekräften deshalb keine Seltenheit.

Welche Belastungen können einen Burnout in der Pflege auslösen?

Ein Burnout tritt nicht plötzlich auf. Es entwickelt sich langsam und äußert sich mit der Zeit immer mehr in Erschöpfungszuständen, die durch psychische und physische Belastungen ausgelöst werden. Zu den körperlichen Höchstleistungen, die Pflegekräfte beispielsweise in der Grundpflege beim Waschen, Tragen, Stützen oder Umziehen der pflegebedürftigen Menschen erbringen müssen, kommen psychische Faktoren hinzu. Dazu gehört unter anderem eine enorme Verantwortung für eine stetig ansteigende Zahl an Menschen, die gepflegt werden müssen. Das bedeutet, dass auch der Pflegeaufwand immer mehr wird.

Zudem benötigen viele der Pflegeheimbewohner regelmäßig Medikamente, die die Pfleger korrekt verteilen müssen. Der psychische Druck auf Pflegekräfte ist daher enorm – alle Aufgaben gilt es trotz Zeitmangel gründlich zu erledigen. Hinzu kommen die Belastungen des Schichtdienst, die einen Freizeitausgleich zeitlich oftmals unmöglich machen.

Doch eine Studie zu Anwenderfreundlichkeit von Inkontinenzprodukten zeigt, dass bereits die Verwendung verschiedener Produkte in der Pflege, wie etwa Inkontinenzunterwäsche oder Vorlagen mit flexiblem Hüftbund, Pflegekräfte körperlich stark entlastet. Letztendlich schaffen Inkontinenzprodukte wie TENA Pants und TENA Flex deutlich angenehmere Arbeitsbedingungen, weil die einfache Handhabung beim Wechsel der Inkontinenzprodukte Zeit und Kräfte spart. Das steigert die Zufriedenheit der Pflegekräfte maßgeblich und reduziert somit das Risiko eines Burnouts.

Das A und O vor der Behandlung: Burnout rechtzeitig erkennen

Aus einer Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, die das Robert Koch-Institut durchgeführt hat, geht hervor, dass Menschen, die dauerhaft chronischem Stress und Belastungen ausgesetzt sind, anfälliger für Depressionen, Burnout und Schlafstörungen sind. Laut Statistik ist ein Burnout in der Pflege und anderen Berufsfeldern mit hoher Stressbelastung daher keine Seltenheit, denn mehr als jeder zehnte Erwachsene sei in Deutschland starken Stressbelastungen ausgesetzt.

Besonders wichtig ist es deshalb, Zeichen eines möglichen Burnouts frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. In der Regel erkennen Sie einen Burnout bei Pflegepersonal oder in ähnlich stressigen Berufen an folgenden Anzeichen:

  • Erschöpfung
  • Müdigkeit
  • zunehmende Überforderung
  • abnehmende Belastbarkeit
  • Gefühl von innerer Leere
  • sinkende Konzentrationsfähigkeit
  • Nervosität
  • erhöhte Reizbarkeit
  • permanente Anspannung
  • Antriebslosigkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Verzweiflung
  • Gleichgültigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen

Fallen Ihnen bei sich selbst oder Kollegen einige dieser Anzeichen dauerhaft auf, ist die Hilfe eines Arztes gefragt. Die Burnout-Behandlung beginnt für gewöhnlich damit, dass der Hausarzt körperliche Ursachen für die Beschwerden abklärt. Vermutet er Burnout, wird er den Betroffenen an einen Psychologen verweisen.

Stressmanagement und Achtsamkeit erlernen

Nicht nur die stationäre oder ambulante Pflege ist stressig, auch sitzende Tätigkeiten im Job-Alltag brauchen ein Gegengewicht. Bewegung in den Pausen fördert die Energieentladung. Vielen Mensch hilft Sport als Ausgleich. Doch auch Entspannung ist unerlässlich, damit der Körper immer wieder zur Ruhe kommen kann. Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Atemübungen können Sie gezielt in speziellen Kursen erlernen und mit ein wenig Übung sowohl zuhause als auch am Arbeitsplatz durchführen.

Schaffen Sie sich darüber hinaus zuhause einen Rückzugsort, an dem Sie sich 15–30 Minuten entspannen können, Musik hören oder sogar ein Nickerchen machen. Zusätzlichen Halt können das private Umfeld und individuelle Rituale geben – etwa gemeinsames Kochen und auf eine bewusste Ernährung zu achten. Stärken Sie Ihre sozialen Kontakte, indem Sie sich bewusst für Ihren Partner oder die beste Freundin Zeit nehmen und diese genießen.

Was viele Menschen nicht bedenken: Handy, Internet und die damit verbundene ständige Erreichbarkeit sind ebenfalls Stressfaktoren. Legen Sie sich am besten Zeiträume fest, in denen Sie Ihr Telefon ausschalten und bewusst Ihre Umwelt wahrnehmen. Das A und O ist die Achtsamkeit. Versuchen Sie langanhaltenden, negativen Stress zu umgehen und auch auf die kleinsten Warnsignale Ihres Körpers zu hören. Ziehen Sie gegebenenfalls auch die Möglichkeit einer Psychotherapie oder einer beruflichen Veränderung in Betracht.

Burnout ist zwar keine moderne Gesellschaftskrankheit. Trotzdem sollte man durch Achtsamkeit versuchen, langanhaltenden, negativen Stress zu umgehen und auch auf die kleinsten Warnsignale des Körpers zu hören.

Was ist Ihr Rezept gegen Stress? Schreiben Sie uns!

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