Elektroakupunktur nach Voll gegen Stressinkontinenz
Eine verträgliche Alternative

Vor allem Frauen und Personen über 65 Jahre leiden an der sogenannten Belastungsinkontinenz (früher Stressinkontinenz). Erschlaffte Beckenbodenmuskulatur durch schwere Schwangerschaften, Übergewicht und intensive körperliche Arbeit sind Grund für unkontrolliertes Wasserlassen. Die Elektroakupunktur nach Voll kann Abhilfe schaffen.

Was ist Elektroakupunktur?

Die Elektroakupunktur ist ein naturheilkundliches Verfahren, das von Heilpraktikern und Ärzten zur Diagnose und zur Therapie eingesetzt wird. Dazu ist eine spezielle Fortbildung notwendig. Das wohl bekannteste Verfahren ist die Elektroakupunktur nach Voll. Es wurde nach dem deutschen Arzt Reinhold Voll benannt, der die Methode entwickelt und bekannt gemacht hat. Sie kann zum Beispiel eingesetzt werden, um Allergien und Unverträglichkeiten zu erkennen und zu behandeln und bei der Diagnose und Therapie von Schmerzen und Organerkrankungen helfen. Auch bei Befindlichkeitsstörungen wird sie verwendet.

Bei der Diagnose mithilfe der elektrischen Akupunktur wird der elektrische Hautwiderstand an rund 100 Akupunkturpunkten gemessen. Diese Punkte liegen auf Energiebahnen, die bestimmten Organen zugeordnet sind. Das Konzept dieser Bahnen, auch Meridiane genannt, stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Bei der Behandlung hält der Patient eine Elektrode in der Hand, während der Arzt oder Heilpraktiker mit einer sehr feinen Messelektrode die einzelnen Punkte berührt. Dabei fließt ein leichter Strom in den Körper, der messbar mit dem jeweiligen Organ korrespondiert, das mit dem Akupunkturpunkt verbunden ist. An den Ergebnissen der Messung kann man ablesen, ob es an bestimmten Organen oder Bereichen des Körpers Beschwerden gibt, etwa Entzündungen.

Beim therapeutischen Einsatz der Elektroakupunktur nach Voll werden bestimmte Akupunkturpunkte mit schwachem elektrischen Strom stimuliert. Das soll sich positiv auf die mit den Punkten verbundenen Organe auswirken. Der Strom ist für die Patienten ungefährlich. Das Verfahren kann mit der herkömmlichen Akupunktur kombiniert werden.

Positiveres Lebensgefühl durch Elektroakupunktur

Eine Studie aus China(1) hat die Wirkung der elektrischen Akupunktur bei Stressinkontinenz untersucht. Die Teilnehmerinnen hatten während einer sechswöchigen Therapie 18 Elektroakupunktursitzungen. Am Ende der Studie hatten die Versuchspersonen seltener unwillkürlichen Urinabgang, und auch die abgehende Urinmenge hatte sich verringert.

Durch exaktes Platzieren und Einstechen der Nadeln an zwei bestimmten Reflex-Punkten im Körper wurde ein elektrisierend-kribbelndes Gefühl hervorgerufen, welches Energie freisetzt. Über 30 Minuten wurden die Nadeln mit einer Intensität von 1 bis 5 mA und 50-Hz-Wechselstrom stimuliert. Der Ausgangswert der Urinmenge vor dem Test lag bei 18,4 g und reduzierte sich auf 9,9 g. Somit verschwanden die Beschwerden zwar nicht in Gänze, jedoch führt die Verbesserung zu einem positiveren Lebensgefühl.

Eine verträgliche Alternative

Diese Akupunktur-Form gilt als sehr verträglich. Nebenwirkungen sind keine bekannt. Personen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, einen Herzschrittmacher haben oder schwanger sind, wird von der Methode allerdings abgeraten. Wer an Stresskontinenz leidet, kann mit dem Verfahren möglicherweise gute Erfolge erzielen. Die Elektroakupunktur ist deshalb eine gern angewandte Alternative zu chirurgischen Eingriffen.

Ergänzend bei Stressinkontinenz: Beckenbodentraining und Inkontinenzprodukte

Neben der Elektroakupunktur kann auch regelmäßiges Beckenbodentraining dabei helfen, den geschwächten Beckenboden zu stärken und den Betroffenen so ein sicheres Gefühl geben. Das passende Inkontinenzprodukt, etwa TENA Inkontinenz-Slipeinlagen, TENA -Einlagen oder Inkontinenz-Unterwäsche von TENA, kann ebenfalls dazu beitragen, dass der Alltag angenehmer und stressfreier wird.

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