Digitalisierung in der Pflege
Was bringt die Zukunft?

In der Industrie gehört es schon zum Alltag: Roboter übernehmen immer mehr Aufgaben; intelligente Systeme und automatisierte Prozesse sind in vielen Branchen inzwischen Standard. Und in der Pflege? Viele können und wollen sich das nicht vorstellen. Jedoch stehen in vielen europäischen Ländern immer mehr pflegebedürftige, alte Menschen immer weniger Pflegekräften gegenüber. Welche Vorteile bringt daher die Pflege 4.0 mit sich?

Was versteht man unter Pflege 4.0?

Mit Pflege 4.0 ist die Digitalisierung von Pflegeprozessen gemeint. Sie beginnt bereits bei der alltäglichen Untersuchung pflegebedürftiger Menschen im Pflegeheim. Denn Pflegekräfte übernehmen nicht nur Tätigkeiten wie das Waschen Pflegebedürftiger, sie sind auch die Personen, die beispielsweise Wunden oder Ausschläge am Körper der Pflegebedürftigen entdecken und dann entsprechend handeln müssen. Nicht immer steht dem Pflegepersonal ein Arzt zur Seite, der eine schlecht heilende Wunde auf Diabetes oder eine andere Erkrankung zurückführen kann.

Warum aber ist die Digitalisierung der Pflegedokumentation so wichtig? Ganz einfach: Erfasst das Pflegepersonal die Beobachtungen in einer digitalen Krankenakte – etwa mithilfe eines Tablets –, kann es auf vorherige Eintragungen zugreifen. Auf diese Weise weiß auch eine neue Pflegekraft über eventuelle Erkrankungen, Allergien oder Unverträglichkeiten Bescheid und kann entsprechend reagieren und gegebenenfalls einen Arzt hinzuziehen. Einige Systeme der digitalen Pflegedokumentation schlagen sogar Handlungsoptionen vor, etwa eine Wundreinigung, das Anlegen eines Verbandes oder die Messung von Blutzucker oder Blutdruck. Im Anschluss dokumentieren die Pflegekräfte jeweils, wie sie den Pflegebedürftigen versorgt haben. Sollte er später Beschwerden haben, lässt sich über die digitale Krankenakte genau nachvollziehen, was vermutlich die Ursache der Beschwerden ist.

Der einfache Zugriff auf alle für die Pflege notwendigen Informationen erhöht die Qualität der Pflege maßgeblich. Denn auch Informationen zur Medikation oder zur richtigen Größe und Ausführung benötigter Inkontinenzunterwäsche wie der von TENA lassen sich dort problemlos vermerken. Darüber hinaus sparen die Einträge in einem Tablet im Vergleich zur Dokumentation in Papierform viel Zeit. Dies hat Essity Deutschland zum Anlass genommen und die Studie „Digitalisierung in der Pflege – Perspektiven der Pflegenden“ durchgeführt.

In der folgenden Grafik zur Studie wird unter anderem deutlich, dass sich mehr als die Hälfte der Pflegekräfte eine Entlastung durch eine Digitalisierung bei der alltäglichen Arbeit erhofft.

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