Generationen-WG im Altersheim
Neue Wohnformen verbinden Jung und Alt

Demografischer Wandel, Urbanisierung, Selbstverwirklichung. Dass wir immer älter werden, steht nicht mehr außer Frage. Nur das „Wie“ hat sich mit den Jahren rapide geändert. Häuser, in denen mehrere Generationen einer Familie zusammenleben, sind nicht mehr die Regel. Familienangehörige wohnen weit verstreut und eine getaktete Arbeitswoche lässt kaum Raum für Besuche, sodass Vereinsamung im Alter immer mehr zunimmt. Eine Lösung für dieses Problem ist die Wohnform eines Mehrgenerationen-Hauses.

Was ist eine Mehrgenerationen-WG?

Beim Mehrgenerationen-Wohnen leben wie bei einer großen Familie mehrere Generationen unter einem Dach. Das kann eine gemeinsame Wohnung, ein gemeinsames Haus oder gar eine ganze Wohnanlage sein. Neben Senioren leben dort dann auch junge Familien, junge Paare oder Einzelpersonen. Im niederländischen Deventer an der Ijssel gibt es zum Beispiel eine solche ungewöhnliche Wohngemeinschaft in einem Altersheim. Zu 160 Senioren zwischen 70 und 104 Jahren gesellen sich sechs Studenten. Diese wohnen in möblierten Wohnungen Tür an Tür mit den Heimbewohnern. Die Kosten? Anstatt Miete zu zahlen, verbringen die Studenten 30 Stunden pro Monat mit den Senioren. Diese Zeit wird zusammen verbracht – gegen die Einsamkeit und im Dialog miteinander.

Wichtig bei dieser Wohnform ist die Motivation der Bewohner, denn ein Mehrgenerationen-Haus lebt von seiner Hausgemeinschaft. Dabei geht es nicht um ein Nebeneinander, sondern um ein Miteinander. Die Bewohner teilen sich nicht nur den Wohnraum und Gemeinschaftsräume, sondern verbringen auch Freizeit zusammen und unterstützen sich im Alltag.

Vor- und Nachteile der Generationen-WG

Ein Mehrgenerationen-Haus ist sicherlich nicht für jeden etwas. Egal, ob alt oder jung – es wird erwartet, dass man sich im Rahmen seiner Möglichkeiten engagiert und einbringt. Eine gewisse Kontaktfreude, Offenheit und Hilfsbereitschaft sollte man ebenfalls mitbringen. Auch Kompromissbereitschaft und die Fähigkeit, sich in die Situation der anderen Bewohner hineinzuversetzen, sind hilfreich.

Wer sich darauf einlässt, profitiert jedoch von vielen Vorteilen. Dazu zählen:

  • Gegenseitige Unterstützung, zum Beispiel beim Einkaufen, bei Reparaturen, aber auch bei der Kinderbetreuung.
  • Aufgabenteilung, zum Beispiel bei der Pflege von Garten und Gemeinschaftsräumen
  • Gemeinschaftsgefühl durch das Miteinander, was das Gefühl der Einsamkeit bei älteren Bewohnern verringern kann
  • Man kann voneinander lernen – die Jüngeren profitieren von der Erfahrung der Älteren, die Älteren von der Lebensfreude der Jüngeren
  • Durch die Unterstützung können Ältere oft länger selbstbestimmt wohnen

Wer sich auf das Abenteuer Mehrgenerationen-WG einlässt, sollte jedoch auch im Blick behalten, dass es Nachteile geben kann:

  • Meinungsverschiedenheiten bei der Gestaltung des gemeinsamen Wohnens – zum Beispiel, wenn die Ansichten unterschiedlicher Generationen aufeinandertreffen
  • Verpflichtungen in der Gemeinschaft können in bestimmten Situationen belastend sein
  • Je nach Modell möglicherweise beschränkte Rückzugsräume, etwa in Wohngemeinschaften, die sich eine Wohnung teilen

Mehrgenerationen-Wohnen ersetzt kein Pflegepersonal

Bei einer Mehrgenerationen-WG geht es normalerweise nicht darum, dass die jüngeren Mitbewohner die älteren pflegen. Vielmehr geht es um das Zwischenmenschliche: Jung und Alt rücken wieder näher zusammen und lernen Neues voneinander. Vorurteile gegenüber alten Menschen werden durch Charme, Witz und auch ernste Gespräche über Bord geworfen.

Pflegebedürftige Bewohner sind deshalb nach wie vor auf entsprechendes Pflegepersonal angewiesen, etwa wenn sie körperlich eingeschränkt sind. Auch bei Inkontinenz ist fachliche Hilfe notwendig. Damit die Betroffenen trotzdem ein selbstbestimmtes Leben führen können, sind Inkontinenzprodukte wie TENA Inkontinenzunterwäsche für den Alltag sinnvoll.

Wo gibt es Mehrgenerationen-Häuser?

Mehrgenerationen-Wohnen gibt es nicht nur in den Niederlanden. Auch in Deutschland finden sich zahlreiche Projekte von Mehrgenerationen-Häusern. Einen Überblick für besondere Wohnformen bietet zum Beispiel das FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e. V. oder das Wohnprojekte-Portal der Stiftung trias.

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